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Beethoven: Fidelio, Op. 72, Act 1: Aria. "Hat man nicht auch Gold beineben" (Rocco)

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Lyrics

Rocco Hat man nicht auch Gold beineben, kann man nicht ganz glรผcklich sein; traurig schleppt sich fort das Leben, mancher Kummer stellt sich ein. Doch wenn's in der Taschen fein klingelt und rollt, da hรคlt man das Schicksal gefangen; und Macht und Liebe verschafft dir das Gold und stillet das kรผhnste Verlangen. Das Glรผck dient wie ein Knecht fรผr Sold, es ist ein schรถnes Ding, das Gold. Wenn sich Nichts mit Nichts verbindet, ist und bleibt die Summe klein; wer bei Tisch nur Liebe findet, wird nach Tische hungrig sein. Drum lรคchle der Zufall euch gnรคdig und hold, und segne und lenk' euer Streben, das Liebchen im Arme, im Beutel das Gold, so mรถgt ihr viel Jahre durchleben. Das Glรผck dient u.s.w. Leonore Ihr habt recht, Vater Rocco, aber es gibt noch etwas, das mir nicht weniger kostbar wรคre. Rocco Und das wรคre? Leonore Euer Vertrauen. Wie oft sehe ich Euch ganz ermattet aus den unterirdischen Gewรถlben zurรผckkehren. Warum erlaubt Ihr mir nicht Euch dorthin zu begleiten? Rocco Du weiรŸt, daรŸ ich den strengsten Befehl habe, niemanden โ€“ wer es auch sein mag โ€“ zu den Staatsgefangenen zu lassen. Niemanden! Marzelline Du arbeitest dich ja zu Tode, lieber Vater. Rocco Ja, ja, ihr habt recht. Diese schwere Arbeit wรผrde mir doch endlich zuviel werden. Der Gouverneur muรŸ mir erlauben, dich in die geheimen Kerker mit mir zu nehmen. Indes gibt es ein Gewรถlbe, in das ich dich nie fรผhren werde. Marzelline Wo der Gefangene sitzt, von dem du schon oft gesprochen hast? Rocco Ja, ja. Leonore Ist es schon lange her, daรŸ er gefangen ist? Rocco Schon รผber zwei Jahre. Leonore Zwei Jahre! Er muรŸ ein groรŸer Verbrecher sein. Rocco Oder er muรŸ groรŸe Feinde haben, das kommt ungefรคhr auf eins heraus. Nun, es kann nicht mehr lange mit ihm dauern. Seit einem Monat muรŸ ich auf Befehl Pizarros seine Portionen kleiner machen. Jetzt hat er binnen vierundzwanzig Stunden nicht mehr als zwei Unzen schwarzes Brot und eine halbe MaรŸ Wasser. Kein Licht โ€“ kein Stroh โ€“ nichts. Leonore GroรŸer Gott! Marzelline Vater, fรผhre Fidelio ja nicht zu ihm. Diesen Anblick kรถnnte er nicht ertragen. Leonore Warum denn nicht? Ich habe Mut und Kraft!