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Das Mädchen und die Liebe (Märchenerzählung)

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Lyrics

Zu einer Zeit, als die Wiesen und Wälder sich noch weit über die Lande Erstreckten, lebte in einem kleinen Dorf ein Mädchen in der Obhut des Schwermütigen Vaters. Sie war allein, und die Mutter des Mädchens Hatte ihm nur zwei Dinge hinterlassen, ihren Namen Gwin und ein Kleid Aus reiner Seide, das an die goldenen Zeiten erinnerte, als sie noch Eine angesehene Familie gewesen waren. Dieses Kleid trug Gwin jedes Jahr, wenn die Zeit des Erntefestes kam. Der Anblick seiner Tochter Im Kleid seiner Frau rührte ihren Vater dann so sehr, dass der Strenge Mann ihr erlaubte, hinzugehen. Sie tanzte dort mit der Unschuld eines Kindes, bis sie eines Tages keins mehr war und im Tanz Ihr Herz verlor. Seine lustigen Augen funkelten sie an, seine Kräftigen Hände fassten ihre zarten Finger, und es war um sie Geschehen. Noch am selben Abend versprachen sie sich unter dem Blätterdach des nahen Waldes die Treue. Hier im Angesicht der Götter Bin ich dein, und du bist mein. Ewig wie die Stern' am Himmel soll Auch unsre Liebe sein. Als das Mädchen heimkehrte, war der Zorn des Vaters fürchterlich, und vor ihren Augen zerriss er das Kleid der Mutter. Er setzte die Hochzeit mit einem Mann aus gutem Hause an Der Gwin an Jahren weit voraus war. Dem Liebsten trug der Vater Unterdessen auf, zehn Jahre zu wandern, um seine Liebe zu beweisen Erst dann bekäme die Verbindung einen Segen. Der Junge ging, ohne Sich zu verabschieden, wie der Vater es ihm aufgetragen hatte, und Gwin weinte bittere Tränen, wusste sie doch nichts von der List des Vaters. Die Hochzeit kam, und bald lebte sie mit ihrem kaltherzigen Gatten in einem Haus. Der Vater blieb allein zurück, und die Schwermut und Reue ob dessen, was er getan hatte, drückten ihm aufs Herz. Er ließ das Kleid seiner Frau nähen, und als die Schneiderin es Ihm brachte, da fand sie ihn zum letzten Schlaf gebettet. Das Mädchen Weinte ihm nach, war er doch ihr Vater gewesen, aber von dem, was er Hinterließ, nahm sie nur das Kleid der Mutter an sich. So verstrichen Viele Jahre, und Gwins Haar war schon ergraut und ihr Gemahl beerdigt , Da kehrte ein verlorener Sohn in den Schoß des Dorfes zurück. Es war Der Liebste, und sie traute ihren Ohren nicht, als er von der List Des Vaters erzählte. Zehn Jahre sei er auf Wanderschaft gewesen, da Habe er von Gwins Vermählung erfahren und es nicht übers Herz Gebracht, heimzukehren. Gwin nahm ihn in ihr Haus, und von da an Trauerten sie um nichts als all die glücklichen Jahre, um die Ihr Vater sie gebracht hatte. Eines Abends ging das alte Paar in Den Wald hinaus, und Gwin trug das Kleid ihrer Mutter. Hier im Angesicht der Götter bin ich dein, und du bist mein, erneuerte Sie ihr Versprechen. Ewig wie die Stern' am Himmel soll auch Unsre Liebe sein, sprach auch er. Da ging ein Schimmer über das Seidenkleid, und die beiden sahen sich sprachlos an, jung wie bei Ihrem ersten Tanz. Es war das Geschenk der Mutter; die Jahre, die Ihr selbst nicht vergönnt gewesen waren, hatte sie ihrer Tochter Vermacht. So verbrachten die beiden noch ein ganzes Leben voller Glück, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute