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Strauss (R): Elektra - Wenn Das Rechte Blutopfer Unterm Beile Fällt

Jean Madiera, Inge Borkh, Etc.; Karl Böhm: Staatskapelle Dresden
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Lyrics

LEKTRA Wenn das rechte Blutopfer unterm Beile fällt, dann träumst du nicht länger! KLYTÄMNESTRA Also wüßtest du mit welchem geweihten Tier? - ELEKTRA Mit einem ungeweihten! KLYTÄMNESTRA Das drin gebunden liegt? ELEKTRA Nein! es läuft frei. KLYTÄMNESTRA Und was für Bräuche? ELEKTRA Wunderbare Bräuche, und sehr genau zu üben. KLYTÄMNESTRA Rede doch! ELEKTRA Kannst du mich nicht erraten? KLYTÄMNESTRA Nein, darum frag' ich. Den Namen sag' des Opfertiers! ELEKTRA Ein Weib. KLYTÄMNESTRA Von meinen Dienerinnen eine, sag! ein Kind? ein jungfräuliches Weib? ein Weib, das schon erkannt vom Manne? ELEKTRA Ja! erkannt! das ist's! KLYTÄMNESTRA Und wie das Opfer? und welche Stunde? und wo? ELEKTRA An jedem Ort, zu jeder Stunde des Tags und der Nacht. KLYTÄMNESTRA Die Bräuche sag! Wie brächt ich's dar? ich selber muß - ELEKTRA Nein. Diesmal gehst du nicht auf die Jagd mit Netz und mit Beil. KLYTÄMNESTRA Wer denn? wer brächt' es dar? ELEKTRA Ein Mann. KLYTÄMNESTRA Ägisth ELEKTRA Ich sagte doch: ein Mann! KLYTÄMNESTRA Wer? gib mir Antwort. Vom Hause jemand? oder muß ein Fremder herbei? ELEKTRA Ja, ja, ein Fremder. Aber freilich ist er vom Haus. KLYTÄMNESTRA Gib mir nicht Rätsel auf. Elektra, hör mich an. Ich freue mich, daß ich dich heut' einmal nicht störrisch finde. ELEKTRA Läßt du den Bruder nicht nach Hause, Mutter? KLYTÄMNESTRA Von ihm zu reden hab' ich dir verboten. ELEKTRA So hast du Furcht vor ihm? KLYTÄMNESTRA Wer sagt das? ELEKTRA Mutter, du zitterst ja! KLYTÄMNESTRA Wer fürchtet sich vor einem Schwachsinnigen. ELEKTRA Wie? KLYTÄMNESTRA Es heißt, er stammelt, liegt im Hof bei ben Hunden und weiß nicht Mensch und Tier zu unterscheiden. ELEKTRA Das Kind war ganz gesund. KLYTÄMNESTRA Es heißt, sie gaben ihm schlechte Wohnung und Tiere des Hofes zur Gesellschaft. ELEKTRA Ah! KLYTÄMNESTRA Ich schickte viel Gold und wieder Gold, sie sollten ihn gut halten wie ein Königskind. ELEKTRA Du lügst! Du schicktest Gold, damit sie ihn erwürgen. KLYTÄMNESTRA Wer sagt dir das? ELEKTRA Ich seh's an deinen Augen. Allein an deinem Zittern seh' ich auch, daß er noch lebt. Daß du bei Tag und Nacht an nichts denkst als an ihn. Daß dir das Herz verdorrt vor Grauen, weil du weißt: er kommt. KLYTÄMNESTRA Was kümmert mich, wer außer Haus ist. Ich lebe hier und bin die Herrin. Diener hab' ich genug, die Tore zu bewachen, und wenn ich will, laß ich bei Tag und Nacht vor meiner Kammer drei Bewaffnete mit offenen Augen sitzen. Und aus dir bring' ich so oder so das rechte Wort schon an den Tag. Du hast dich schon verraten, daß du das rechte Opfer weißt und auch die Bräuche, die mir nützen. Sagst du's nicht im Freien, wirst du's an der Kette sagen. Sagst du's nicht satt, so sagst du's hungernd. Träume sind etwas, das man los wird. Wer dran leidet und nicht das Mittel findet, sich zu heilen, ist nur ein Narr. Ich finde mir heraus, wer bluten muß, damit ich wieder schlafe.