Einsamkeit, D. 620: "Gib mir die Fülle der Einsamkeit"
Dietrich Fischer-Dieskau, Gerald Moore
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Lyrics
Gib mir die Fülle der Einsamkeit
Im Tal von Blüten überschneit, da ragt ein
Dom und nebenbei in hohem Stile die Abtei
Wir begründen Fromm und Still der müden Hafen und Asyl
Hier kühlt mit heiliger Betauung die nie versiegende Beschauung
Hier kühlt mit heiliger Betauung die nie versiegende Beschauung
Auch den frischen Jüngling quälen, selbst in gottgeweihte Zellen
Wird er feuriger versjüngt und ein wilder Strom entspringt
Und ein wilder Strom entspringt aus der Brust, die er umdämmt
Und in einem Augenblick ist der Ruhe
Zartes Glück von den Wellen weggeschwemmt
Gib mir die Fülle der Tätigkeit
Männchen wimmeln weit und breit; Wagen kreuzen sich und strömen
Häufers sich Mueblee treiben; Rotes Gold und
Heller Stein lockt die Zögernden hinein; rotes
Gold und heller Stein lockt die Zögernden hinein
Als Ersatz für Landestrühle bieten Maskenball und Bühne
Und Ersatz für Landestrühle bieten Maskenball und Bühne
Doch in prangenden Palästen, bei der Freude lauten Feste, spricht
Empor der Schwermuts Blume, senkt ihr Haupt zum
Heiligtume seiner Jugend Unschuldlust, zu dem
Blauen Hirtenland und der lichten Quelle Rand
Zu dem blauen Hirtenland und der lichten Quellrand
Ach, daß er hinweg gemusst!
Gib mir das Glück der Geselligkeit!
Freundlich angereit der Tafel stimmet Chorus an und
Eben an die Felsenbahn und eben an die Felsenbahn
So geht's zum schönen Hügelkranz und abwärts zu der Stromes
Tanz, zum Hügelkranz und abwärts zu der Stromes Tanz
Und immer mehr und immer mehr befestigt sich
Neigung mit treuer heftiger Verzeigung
Doch wenn ihm die Freunde schieden, ist's getan um seinen Frieden
Ihn bewegt der Sehnsucht Schmerz, und er schaut
Himmelwärts, das Gestirn der Liebe strahlt
Liebe, Liebe, ruft die laue Luft
Liebe, Liebe, atmet Blumenduft, und sein innres Liebe halt
Gib mir die Fülle der Seligkeit
Nun wandelt er in Trunkenheit an
Ihrer Hand in schweigenden Gesprächen
Nun wandelt er an ihre Hand im Ofengang an weißen Bächen
Und muss er auch durch Wüsten neien, ihm leuchtet süßer Augenschein
Und in der feindlichsten Verwirrung vertrauet er der holden Führun
Und in der feindlichsten Verwirrung vertrauet er der holden Führung
Doch die Särge großen Ahnen
Sie gekronet Sturmesfaden, lassen ihm nicht für
Der Ruh, und er muss ein Gleiches tun und wie
Sie unsterblich sein, wie sie unsterblich sein
Sie ersteigt aufs hohe Pferd, schwingt und prüft
Das blanke Schwert, gleitet in die Schlacht hinein
Diebe mir, die Fülle der Düsterkeit!
Da liegen sie im Blute hingestreut
Die Lippe starrt, das Auge wild gebrochen
Die erst dem Schrecken trotz gesprochen
Kein Vater kehrt den seinen mehr' und heimwärts
Kehrt ein anderer her, und denen Krieg das Teuerste
Genommen, begrüßen nun mit schmerzlichem Willkommen
So deucht ihn des Vaterlandes Wächter, ein ergrimmter
Bruder Schlichter, der der Freiheit wedelt gut, dünkt
Mit rotem Menschenblut und verflucht den tollen Ruhm
Und tauschet lärmendes Gewühl mit dem Forste grün und kühl
Mit dem Waldesleben Ruhem tauschet lärmendes Gewühl
Mit dem Forste grün und kühl, mit dem Waldesleben Ruhem
Gib mir die Weide der Einsamkeit
Durch dichte Tannendunkelheit dringt Sonnenblick
Nur halb und halb und färbet nadelschichten Falb
Der Kuppe Bruch aus Zweigeflecht, an grauer Rinde pickt der Specht
Und dongen über Klippenhängen geht des Kiesvers kühne Strömung
Was er wünschte, was er liebte, ihn erfreute, ihn betrübte
Schwebt mit sanfter Schwärmerei wie im Abendrot vorbei
Jünglings Sehnsucht, Einsamkeit wird dem Greise
Nun zuteil, und ein Leben rau und steil führte
Doch zur Seligkeit, führte doch zur Seligkeit