Lohengrin: 'Erhebe dich, Genossin meiner Schmach!'
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Erhebe dich, Genossin meiner Schmach!
Der junge Tag darf uns nicht mehr sehn!
Ich kann nicht fort! Wie hehr bin ich gewahrt!
Aus diesem Glanz des Festes unsern Freude
Laß saugen mich ein Wohl schmackhaftes Gift!
Das hat der Sturm und der Freude Ende!
Du fürchterliches Weib!
Was bangt mich noch in deine Nähe?
Warum laß ich dich nicht allein
Und fliehet fort dahin, dahin
Wo mein Gemüts in Ruhe wiederfängt?
Durch dich mußt' ich verlieren
Mein' Ehre, all meinen Ruhm
Nie soll mich Lob mehr zieren
Schmach ist mein Heldentum
Die Acht ist mir gesprochen
Zertrümmert liegt mein Schwert
Mein Wappen ward zerbrochen
Verflucht mein Vaterherd!
Wohin ich nun mich wende
Der Fluch erfind mich
Daß ihn mein Blick nicht sähne
Flieht der Treu' an mich
Durch dich mußt' ich verlieren
Mein' Ehre, all meinen Ruhm
Nie soll mich Lob mehr zieren
Schmach ist mein Heldentum
Die Acht ist mir gesprochen
Zertrümmert liegt mein Schwert
Mein Wappen ward zerbrochen
Verflucht mein Vaterherd!
Wo hätt' ich guter Kummer
Da ich so elend bin?
Mein' Ehr', mein' Ehr' hab' ich verloren
Mein' Ehr', mein' Ehr' ist hin!
Was macht dich in so wilder Kugel
Doch vergehn?
Daß mir die Waffe selbst geraubt
Mit der ich dich erschlug!
Friedlicher Graf von Telramund
Weshalb bestraust du mich?
Du fragst, war's nicht dein Zeugnis
Deine Kunde, die mich bestrickt
Die Reine zu verklagen?
Gehör' ich dem düstern Wald zu Haus
Logst du mir nicht von deinem wilden Schloß aus
Die Untat habest du vollenden sehn
Mit eigenem Aug', wie Elsa selbst
Den Bruder dem Weiher dort ertränkt?
Umstricktest du mein stolzes Herz
Durch die Weissagung nicht
Bald würde Radbods zweiter Fürstenstamm
Von neuem rühmen und herrschen in Brabant
Wußt du so nicht, mich von Elsa's Hand
Der Reinen abzustehn und nicht herbeizunehmen
Weil du Radbods letzter Sproß?
O, entzücke nicht, du mich kränkst!
Dies alles, ja, ich sah's und zeugte's dir
Und machtest mich, des Name hochgeehrt
Des Leben aller höchsten Tugend Preis
Zu deiner Ehe schändlichen Genossen?
Geh, Floß!
O, rache mich durch sein Gericht
Gott mich dafür geschlagen!
Gott!
Entsetzlich!
Wie tönt aus deinem Munde
Furchtbar der Name!
O, wärmst du deine Feigheit auf?
Hörst du den Drohn, wie ein Feuer droht?
O Feigling, wer ist, der so grimmig
Gegen Gott, der mit dich in das Irren schickt?
Wohl hätte's sein, der schäfert und begafft
Wem du so begegnen müßt
Gefällig schmächt'ger als ein Kind!
Die Schwäche ihr
Ist vom gewalt'ger kämpfenden Gottes Kraft!
Gottes Kraft? Oho!
Gib mir die Macht
Und sicher zeig' ich dir
Welch Kraft von Gottes ist, der ihn beschützt!