Die Bürgschaft, D.
Dietrich Fischer-Dieskau & Gerald Moore
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Lyrics
Zu die Rüst dem Tyrannen schlich, möhr es den Dolch im Gewande
Hin schlugen die Häscher im Bande
"Was wolltest du mit dem Dolche?
"Sprich, entgegnet ihm finster der Wüterich
"Ich ward vom Tyrannen befreien
"Das sollst du am Kreuze bereuen
"Ich bin, spricht jener, zu sterben
Bereit und bitte dich du, mein Leben
Doch willst du Gnade mir geben, ich flehe dich
Drei Tage Zeit, bis sich die Schwester, der Gatten
Gefreit, ich lasse den Freund dir als Jürgen
Ihn magst du entrinnig, Herr Jürgen
Da lächelt der König mit arger List und spricht nach
Kurzem Bedenken: "Drei Tage will ich dir schenken
Doch wisse, wenn sie verstrichen die Frist, eh du zurück
Mir gegeben bist, so muss er statt deiner erblassen
Doch dir ist die Strafe erlassen
Und er kommt zum Freunde: "Der König gebeut, dass ich
Am Kreuz mit dem Leben bezahle das frevelnde Streben
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit, bis sich
Die Schwester dem Gatten gefreit, so bleibe du dem
König zum Pfande, bis ich komme zu lösen die Bande
Und schweigend umarmt ihn der treue
Freund und liefert sich aus dem Tyrannen
Der andere zieht vom Dannen
Und eh noch das dritte Morgenrot erscheint, hat
Er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint
Eilt heim mit sorgender Seele, damit er die Frist nicht verfehle
Da gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen
Stürzen die Quellen herab und die Bäche die Ströme
Schwellen, und er kommt ans Ufer mit angelnem Stab
Da reißen die Brücken der Strudel hinab und
Donnersprengen die Wogen des Gewölbes krachenden Dogen
Und trostlos irrt er an Ufers Rand, die Weite da späht und
Blickt und die Stimme, die rufend schickt, da stößt kein Achend
Vom sichern Stand, der ihn jetzt an das gewünschte Land, ein
Schiffer lenkt die Pferde und der Wiederstrom führt zum Meere
Da singt er ans Ufer und weit und fern.Zum Toode erhoben
Oh, Hände des Thrones toben!
Es eilen die Stunden
Im Mittag steht die Sonne, und wenn sie niedergeht und ich kann
Die Stadt nicht erreichen, so muss der Freund mir erbleichen
Doch wachsen verneut sich des Thrones thronesböden, und
Welle auf Welle zerrinnen, und Stunde an Stunde entrinnen
Da treibt ihm die Angst, da faßt er sich Mut, und
Wirft sich hinein in die brausende Flut, und teilt mit
Gewaltigen Armen des Strom, und ein Gott hat erbar...
Und gewinnt das Ufer und eilet fort, und danket dem rettenden Gotte
Da stürzet, ihr raubende Rotte, hervor aus des Waldes
Nächtlichem Ort, empfahrt ihn sperrend und schnaubet Mord
Und hemmet des Wanderers Eile mit drohend geschwungener Keule
"Was wollt ihr?" ruft er vor Schrecken bleich
"Ich habe nichts als mein Leben, das muß ich dem Könige
Geben." Und entreißt die Keule dem Nächsten gleich
"Um des Freundes willen erbarmt euch!" und
Drei mit gewaltigen Streichen, da lebt er
Die andern entweichen
Und die Sonne versendet glühenden Brand, und von
Der unendlichen Müde ermattet, sinken die Knie
Oh, hast du mich gnädig aus Räubers Hand, aus dem Strom
Mich gerettet das heilige Land, und soll hier verschmachtend
Verderben, und der Freund mir der Liebende sterben?
Und horch, da sprudelt es silberhell, ganz nahe wie
Rieselndes Rauschen, und stille hält er zu lauschen
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig hell, springt
Murmelnd hervor ein lebendiger Quell, und freundlich bückt
Er sich nieder, und erfrischet die brennenden Glieder
Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün, und malt
Auf glänzenden Matte der Bäume gigantische Schatten
Und zwei andere, sieht er, die Straße ziehen
Wie eilenden Laufes vorüberfliegen
Da hört er die Worte sie sagen: "Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen."
Und die Angst beflügelt den einen
Und fuß ihn jagen der Sorgen Qualen
Da schimmern in Abendrot Strahlen von ferne die Zinnen von Syrakus
Und entgegen kommt ihm Philostratus, des Hauses redlicher Hüter
Der erkennet entsetz den Gebieter
Zurück, du rettest den Freund nicht mehr
So rette das eigene Leben
Den Tod erleidet er eben
Von Stunde zu Stunde gewartet er, mit offener Seele der Wiegekehr
Ihm konnte die Muße.Und die Sonne geht unter