Eltern - JTL
Popularity ยท Low
YouTube
Searching YouTube...
Lyrics
Die Sonne geht unter und legt noch einmal
ein leichtes Rouge auf das sterbende Tal,
รผberschminkt alle Narben, der flรผchtige Schein
vergangener Armut stellt sich wieder ein.
Ich weiร noch, der Himmel war meistens bedeckt
und die Wรคlder getrรคnkt von langem, schwerem Regen,
und unter uralten Eichen versteckt
herrschten auf stolzen Hรถfen einsam, abgelegen
Bauerngeschlechter, hochfahrend, hart,
auch ich habe noch manche Eigenart
beibehalten aus jener Zeit und sei es nur meine Langsamkeit.
Auch ich stamme aus einem alten Geschlecht
von Leibeigenen, noch mein Vater war Knecht,
ein Rebell ohne Bildung und ohne Glรผck,
das gรถnnte ihm kaum mehr als tรคglich ein Stรผck
faden Brot ist gewรผrzt nur mit seinem Schweiร,
all seine verbissene Mรผhe, sie blieb vergebens.
Doch gaben ihm als Belohnung und Preis
am Ende seines kurzen schweren Lebens
zwei hรคssliche Engel am Grab das Geleit,
die Schwestern Ohnmacht und Bitterkeit,
geerbt habe ich nur seine lange Wut, vielleicht auch ein wenig von seinem Mut.
Es heiรt, Arbeit schรคndet nicht; sie tut es doch,
so stand meine Mutter, ich sehe sie noch
in der Hochsommerhitze gebรผckt auf dem Feld
von Sorgen und schwerer Arbeit entstellt.
Ich hรคtte sie spรคter gar reich beschenkt
so wie ein Pirat, der von See zurรผckgekommen
seine Mutter mit Gold und Brillanten behรคngt.
Nur hat sie von mir nie etwas angenommen.
Sie konnte nur geben, ihr Leben lang,
nicht nur all die Lieder, die sie fรผr mich sang,
auch die, die ich selber schrieb, denke ich mir
und noch schreiben werde verdanke ich ihr.