Von Hypnos und Thanatos
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Wie die Sonne über der Tundra möchte ich vergehen
Glühend rot, in Schnee und Eis
Und doch wünsch ich mir, die Dämmerung zu bestehen
Auf dass das Herz des Waldes auf ewig bleibt
Betrachte das Königreich, das in Trümmern liegt
Tausendfach eingerissen und wieder aufgebaut
Was ist es, das am Ende von den Monumenten blieb?
War nur Bollwerk gegen Einsamkeit, immer grell, immer laut
Die alten Bündnispartner ziehen weiter
Mit Hoffnung und forschem Herzen im Gepäck
Und ich hinterlass Ruinen eines Reiches
Einem kleinen König, einsam, weil er Blutschuld trägt
Bin zu erschöpft, um die Feuer noch zu schüren
Für einen Traum, von dem am Ende doch nichts bleibt
War eh nur fauler Zauber, um nicht zu spüren
Oh, die verrottete Romantik der Einsamkeit
Der Einsamkeit
Verglüh, Vergehe
Wie kriechende Schatten im Unterholz ergreift mich die Angst
Grausam und finster, Düsternis und Erde
Denk ich dran, was der letzte Moment verlangt
Die Erkenntnis, Staub und Asche zu werden
Wie ein fahler Mond möchte ich im Meer versinken
Wenn sich ergießt ein Gestern in Morgen und Morgen im Heute
Wenn ich mit überquellenden Bechern aus Lethes Fluten trinke
Oh, alles vergebens, selbst Reue und Freude
Jede Nacht, wenn der Schlaf nicht kommt
Die Gedanken rasen wieder
Alles scheint aussichtslos
Nur verfluchte Lieder über
Todeswunsch und Todesangst
Ein Ringen um Vorherrschaft
Der ewigwährende Kampf
Hält mich für immer wach
Wenn das Herz wieder schneller pocht
Weil Panik dir die Brust zuschnürt
Das Leben täglich aus dir tropft
Und hast es selbst doch nie gespürt
Wenn die Schranken fallen
Endlich sinke ich farblos
Doch selbst hier hör ich's widerhallen
Von Hypnos und Thanatos