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Die Kinder Rungholts
Blutlinie
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Heut bin ich über Rungholt gefahren
Die Stadt ging unter vor 600 Jahren
Mit Reichtum, im Prunke sie zweifach versank
Sich Mythos um Mythos seither um sie rankt
Sagenumwobenes Kleinod im Meer
Wie schafften die Fluten, was zuvor kein Heer?
Habt ihr Gott betrogen, sein Antlitz verhöhnt?
Habt ihr euren abartigen Lastern gefrönt?
Habt euren Götzen, den Mammon, zum König gekrönt?
Ein großes Fest hielt in Rungholt einst statt
Das Volk volltrunken ihre Götter beschmutzt hat
Das große Unheil nahm ab da seinen unheilig Lauf
Und bis heute taucht die Stadt des Nachts alle sieben Jahre auf!
Gib Acht, bleib fern wenn du sie hörst, die Glocken im nebligen Watt
Kannst du sie hören, die Kinder Rungholts führen dich zu ihrer Stadt
Kannst du sie sehen, die kleinen Schemen, sie flehen, verlangen nach dir
Der Nebel wird dichter, die Stimmen verstummen, dein Weg, er endet hier
Ob Sage, ob Wahrheit, das weiß heut keiner mehr
Ob es nur eine Sturmflut oder Strafe für Häresie gewesen wär
Sicher ist nur, dass mit wehenden Fahnen vor Nordfriesland sie unterging
Dass Nordfrieslands Eltern ihren Kindern beibringen zu verschwinden
Wenn im Watt die Glocken erklingen
Gib Acht, bleib fern wenn du ihn siehst, den Glockenturm im Nebelmeer
Kannst du es spüren, das Wasser steigt, jeder Schritt wird schwer
Kannst du sie fühlen, die toten Kinder, sie sehnen sich, greifen nach dir
Nun ist es zu spät, die Flut ist gekommen, dein Weg, er endet hier
Die Knöchel taub, die Kälte schleicht ganz stetig in deine Gebein
Du rufst nach Hilfe, doch wird keine kommen, nein, du stehst allein
Keinen Ausweg kannst mehr sehen, doch dann plötzlich wird die Luft klar
Der Nebel ist fort, der Deich ist nicht fern, deine Zeit war noch nicht da
Diesmal noch davongekommen, eine Lehre soll es dir sein
Des Nachts wirst sie von nun an hören, die Kinder, die ewig weinen