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Lohengrin: Act II. "Erhebe dich, Genossin meiner Schmach!"
Sir Georg Solti
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Erhebe dich, Genossin meiner Schmach!
Der junge Tag darf uns nicht mehr sehn!
Ich kann nicht fort! Wie hehr bin ich gebannt!
Aus diesem Glanz des Festes unverwöhner
Laßt's Augen mich ein Wohlstart dünke heft
Daß uns der Sturm und der Freude Ende!
Du fürchterliches Weib, was bangt mich noch in deine Nähe?
Warum laß ich dich nicht allein und fliehe fort
Dahin, wo mein Gemüts in Ruhe wieder fänd'?
Durch dich mußt' ich verlieren
Mein' Ehre, all meinen Ruhm!
Nie soll mich Lob mehr zieren
Schmach ist mein Heldentum!
Die Acht ist mir gesprochen
Zertrümmert liegt mein Schwert
Mein Wappen ward zerbrochen
Verflucht mein Vaterherd!
Wohin ich nun mich wende
Der Fluch erfind mich
Daß ihn mein Blick nicht sehne
Flieht sein Greifer mich!
Durch dich mußt' ich verlieren
Mein' Ehre, all meinen Ruhm!
Nie soll mich Lob mehr zieren
Schmach ist mein Heldentum!
Die Acht ist mir gesprochen
Zertrümmert liegt mein Schwert
Mein Wappen ward zerbrochen
Verflucht mein Vaterherd!
O hätt' ich Kummer kommen
Da ich so elend bin!
Mein' Ehr, mein' Ehr hab ich verloren!
Mein' Ehr, mein' Ehr ist hin!
Mein' Ehr, mein' Ehr ist hin!
Was macht dich in so wilder Klagendoch Vergelt?
Daß mir die Waffe selbst geraubt
Mit der ich dich erschlug!
Friedlicher Graf von Telramund
Weshalb bestrahst du mich?
Du fragst: War's nicht dein Zeugnis
Deine Kunde, die mich bestrickt
Die Reine zu verklagen?
Wie du im düstern Wald zu Haus
Logst du mir nicht von deinem wilden Schloß aus
Die Untat habest du verlühlen sehn
Mit eignem Aug, wie Elsa selbst
Den Bruder dem Weiher dort ertränkt?
Umstricktest du mein stolzes Herz
Durch die Weissagung nicht?
Bald würde Radbots weiter Fürstenstamm
Von neuem rühmen und herrschen in Brabant
Wußt du so nicht mich von Elsas Hand
Der Reinen, abzustehn
Und nicht herbeizunehmen
Weil du Radbots letzter Sproß?
Ha, in Täuschung nicht du mich drängst!
Dies alles, ja, ich sah's und zeugt' es dir
Und machtest mich, des Name hochgeehrt
Des Leben aller höchsten Tugend Preis
Zu deiner Ehe schändlichen Genossen!
Geh, Lohfurcht!
Ha, hat mich durch sein Gericht
Gott mich dafür geschlagen?
Gott?
Entsetzlich, wie tönt aus deinem Munde
Furchtbar der Name!
Ha, nennst du deinen feuchten Mund
Ha, nennst du den Trahn
Der meinen meine Trau'?
O Feiger!
Hätt' du so dringlich Gegenrot
Der Nütz dich in das Irren schickt
Wohl hätte sein der Schächtigung gekauft!
Ha, wer ihm so begegnen müßt'
Gefällt' ihm schlecht als ein Kind!
Ich wächer Ehr
Des von Gewaltgerkämpfte Gottes Kraft!
Gottes Kraft? Ha, ha!
Gib mir die Macht
Und sicher zeig ich dir
Welch Schlagwort Gottes ist
Der ihn beschützt!