Der Vampyr: Nr.16 - Leise dort zur fernen Laube
Popularity · Low
Listen
YouTube
0:00 / 0:00
Loading YouTube player...
Lyrics offset
Synced
Lyrics
Nr. 16 - Duett
RUTHWEN
zeigt nach links
Leise dort zur fernen Laube!
EMMY
Gnäd'ger Herr!
RUTHWEN
Wo wir ungestörter sind.
EMMY
sich immer angstvoll nach rechts umsehend
Gnäd'ger Herr, man kommt, ich glaube -
RUTHWEN
Nicht doch, liebes süsses Kind!
EMMY
Ja, ja, man kommt!
RUTHWEN
Folge mir nur wen'ge Schritte -
EMMY
Gnäd'ger Herr! ach nein, ich bitte -
George wird mich im Saal vermissen!
RUTHWEN
Furchtsam Närrchen, lass dich küssen!
Emmy will sich losreissen. Ruthwen hält sie fest umschlungen
EMMY
Nein, ach, lasst zurück mich gehen,
Gnäd'ger Herr, ach, schonet mein!
Würde George bei Euch mich sehen,
Nimmer könnt' er mir verzeihen.
RUTHWEN
Soll ich, ach, noch länger klagen?
Emmy wendet sich einige Schritte nach rechts
RUTHWEN
Wird mir nie dein Auge sagen,
Dass für mich dein Herzchen spricht?
EMMY
für sich
Ach, ich fühl's, mit tausend Banden
Hängt mein ganzes Herz an ihm. - Ach!
RUTHWEN
für sich
Lange hat sie widerstanden,
Doch sie weicht dem Ungestüm.
EMMY
für sich
Ach, ich fühl's, mit tausend Banden -
RUTHWEN
So komm doch -
EMMY
wie oben
Hängt mein ganzes Herz an ihm!
RUTHWEN
O komm doch, komm, mein süsses Leben!
Meiner Augen holdes Licht!
EMMY
für sich
Seinen Bitten widerstreben,
Ich vermag es länger nicht.
RUTHWEN
nähert sich ihr erst jetzt wieder
Nun, so komm, noch wen'ge Schritte -
Er umfasst sie
EMMY
Nein, ach, gnäd'ger Herr, ich bitte -
RUTHWEN
Süsses Mädchen, folge mir!
EMMY
Gnäd'ger Herr!
RUTHWEN
O folge mir!
EMMY
Ach, ich zittre!
RUTHWEN
Folge mir!
EMMY
Ach, ich zittre!
RUTHWEN
Folge mir!
Er lässt sie wieder los
Kannst du länger grausam sein?
EMMY
einen Schritt von ihm
Grausam, gegen Euch? Ach, nein!
RUTHWEN
Folge mir!
EMMY
Wohl, es sei! - Ich folge dir!
Sie sinkt an seine Brust
BEIDE
Leise, leis' im Mondenschimmer,
Still und heimlich ziehn wir fort
Nach dem süss verschwiegnen Ort;
Du bist mein, ich dein auf immer!
Mond und Sterne mögen lauschen,
Wie wir Seel' um Seele tauschen,
Und in Liebe uns berauschen.
Sie eilen links vorn ab
James Gadshill, Richard Scrop, Robert Green, Toms Blunt alle etwas angetrunken, am meisten Blunt, kommen, jeder mit einer Weinflasche in der Tasche, von rechts vor der Terrasse
DREIZEHNTER AUFTRITT
Gadshill und Scrop rechts, Green und Blunt links
BLUNT
Kommt hierher, hier sind wir ungestört.
SCROP
Im Saal ist's so heiss.
GREEN
Und solch ein Lärm, dass man nicht einmal in Ruhe trinken kann.
Alle Vier setzen sich an den Tisch rechts
GADSHILL
Hier ist's angenehm kühl, und der klare Mondenschein -
BLUNT
Ach, Bruder, die Welt ist so schön!
Hast du auch eine Flasche bei dir?
GADSHILL
zieht eine Flasche aus der Tasche
Das versteht sich!
SCROP
ebenso
Ich auch!
GREEN
ebenso
Ich auch!
BLUNT
ebenso
Siehst du, ich habe auch eine bei mir - und zwei hab' ich noch in der Tasche; denn Trinken, Bruder, siehst du, Trinken, das ist: Trinken! Es gibt viel Annehmlichkeiten in der Welt, aber doch nur drei Hauptvergnügungen.
GADSHILL
Ah, ich weiss schon, du meinst: Wein, Weiber und Gesang.
BLUNT
Du bist ein guter Christ, aber du hast's nicht getroffen. Siehst du, Bruder, das erste ist: Trinken! und das Zweite ist: Trinken! und das dritte ist: Trinken!
Alle lachen
BLUNT
Hahaha! Nicht wahr, ich habe recht? Denn seht: Singen? Singen ist gut, ich singe auch, aber man kann doch nicht immer singen, man kriegt's satt. Und Weiber? O ja! o ja! - Aber - na, davon wollen wir nicht reden, das weiss ich und meine Suse am besten. Aber Trinken? Seht ihr, Trinken, das ist: Trinken!
ALLE DREI
Ja, Bruder, du hast recht, Bruder!
Sie trinken, stehen auf und treten vor.