Das Rheingold, WWV 86A / Scene II:Sanft schloß Schlaf dein Aug'
Kurt Böhme/Walter Kreppel/George London/Claire Watson/Wiener Philharmoniker/Georg Solti/Richard Wagner
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Sanft, Schlof, schlaf dein Aug'
Wir beide bauten Schlummers Paar die Burg
Wächtermüde nie stauten starke Stein' wir auf
Steiler Tur, Tür' und Tor
Wacht und schließt im starken Schlof den Saal
Dort steht's, was wir stellten
Schimmert hell, bescheint der Tag
Zieh nun ein, uns zahl den Lohn
Nennt, Leute, den Lohn
Was dünkt euch zu bedingen?
Bedungen ist, was tauglich uns dünkt
Bemannt' es dich so matt?
Freia, die Holde
Hulda, die Freie
Vertragen ist's, sie tragen wir heim
Seid ihr bei Trost mit eurem Vertrag?
Denkt auf and'ren Dank
Freia ist mir nicht feil
Was sagst du? Ha! Sinnst du Verrat?
Verrat am Vertrag?
Die dann Spiel dir wert, sind sie dir Spiel
Des berat'nen Bundes Runen?
Du getreuster Bruder
Mährst du Tropfen um Betrug?
Lichts Sohn du, leicht Gefügter
Hör und hüte dich
Verträgen halte treu
Was du bist, bist du nur durch Verträge
Bedungen ist, wohl bedacht, deine Macht
Bist weiser du, als witzig wir sind
Bandest uns Freie zum Frieden du
All deinem Wissen floh ich
Fliehe weit deinen Frieden
Weißt du nicht offen, ehrlich und frei
Verträgen zu wahren die Treu'?
Ein dummer Riese rät dir das
Du Weiser, wiss' es von ihm
Wie schlau für Ernst du achtest
Was wir zum Scherz nur beschlossen
Die liebliche Göttin, Licht und Leicht
Was taugt euch Tölpeln ihr Reiz?
Höhnst du uns? Hab' ich Unrecht?
Die ihr durch Schönheit herrscht
Schimmert seheres Geschlecht
Wie törig strebt ihr nach Türmen von Stein
Setzt um Burg und Saal
Weibes Wonne zum Pfand
Wir Plumpen plagen uns schwitzend mit schweliger Hand
Ein Weib zu gewinnen, das wonnig und mild
Bei uns Armen wohne
Und verkehrt nennst du den Kauf
Beide, faule Schmatzen
Gewinn werben wir nicht
Freierschaft hilft wenig
Doch viel gilt's, den Göttern sie zu entreißen
Goldne Äpfel wachsen in ihrem Garten
Sie allein weiß die Äpfel zu pflegen
Der Fruchtgenuß frommt ihren Sippen
Zu ewig nie alternd der Jugend
Siech und bleich doch sinkt ihre Blüte
Alt und schwach schwinden sie hin
Müssen Freia sie missen
Ihrer Mitte drum sei sie entführt
Loge sein zu lang
Spricht ihm zum Stein
Fort, dort wandert Sold
Ein andrer Freia allein
Hulda, hol mir uns
Nimmt mich nicht!