Der Vampyr: Nr.7 - Du bist's, du bist's, es ist kein Traum
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Nr. 7 - Duett
Beide treten in Umarmung nach vorn
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
BEIDE
Du bist's, es ist kein Traum!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
BEIDE
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum!
AUBRY
Bist du es wirklich?
MALWINA
Bist du es wirklich?
AUBRY
Seh ich dich wieder!
MALWINA
Seh ich dich wieder!
AUBRY
Freude des Himmels strömt auf mich nieder!
MALWINA
Freude des Himmels strömt auf mich nieder!
BEIDE
Bist du es wirklich, seh ich dich wieder!
MALWINA
Freude des Himmels strömt auf mich nieder!
BEIDE
Freude des Himmels strömt auf mich nieder!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
BEIDE
Du bist's, es ist kein Traum!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
MALWINA
Du bist's!
AUBRY
Du bist's!
BEIDE
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum!
MALWINA
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum!
Du bist es wirklich? Ist's kein Traum?
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum!
AUBRY
Bist du es wirklich, ist's kein Traum?
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum! -
Ach, entfernt vom Heimatlande,
Stand ich klagend oft und sandte
Seufzend sehnsuchtsvolle Blicke
Nach des Hochlands Bergen hin.
MALWINA
Wenn im Hause nichts mehr wachte,
Nur der Mond durchs Fenster lachte,
räumt' ich mich zu dem Geliebten
Von des Hochlands Bergen hin.
BEIDE
Wenn in trüben Dämmerstunden
Süsse Wehmut ich empfunden,
Träumt' ich mich zu der (dem) Geliebten
Nach (von) des Hochlands Bergen hin.
AUBRY
Doch die Zeit ist nun verschwunden,
Heiter glänzt der Liebe Glück!
BEIDE
Denn es führten mich die Stunden
Zu der (dem) Teuren ja zurück!
MALWINA
Doch die Zeit ist nun verschwunden,
Heiter glänzt der Liebe Glück!
AUBRY
Denn es führten mich die Stunden
Zu der Teuren ja zurück!
BEIDE
Denn es führten mich die Stunden
Zu der (dem) Teuren ja zurück!
MALWINA
Zu dir!
AUBRY
Zu dir!
MALWINA
Zu dir!
AUBRY
Ja, zu dir!
MALWINA
Zu dir! -
BEIDE
Du bist's, du bist's!
Du bist's, du bist's, es ist kein Traum,
Ach, dieses Glück, ich fass' es kaum!
MALWINA
spricht
Und schon am frühen Morgen bist du hier?
AUBRY
Abends spät kam ich in Schellborn an, mein Pferd war so entkräftet, dass es die drei Meilen bis hierher nicht mehr machen konnte, da entschloss ich mich, die Nacht durch zu gehen, um heute der erste zu sein, der dir seinen herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtsfeste mit dem frühesten Morgen darbringt.
MALWINA
O Edgar, ich bin so froh! Mein Vater spricht seit einiger Zeit mit so viel Achtung von dir. Seit du das für ihn so wichtige Geschäft in London über alle Erwartung glücklich beendet, sieht er in dir nicht mehr den unbedeutenden Jüngling, für den er dich hier immer hielt. Noch vor einigen Tagen sagte er: „Schade, dass mir nicht ein solcher Sohn geworden, er würde den Glanz des alten Hauses Davenaut erhalten!“
AUBRY
Ach, Malwina, ich sehe darin nur die Sorge um den Glanz seines alten Hauses; nur dass ich mit diesem weitläufig verwandt bin, gibt mir in seinen Augen einigen Wert. Glaube mir, nie wird er mir, dem unbedeutenden Jüngling, die Hand seiner einzigen Tochter geben.
MALWINA
Nein, ich fürchte nun nichts mehr; ich glaube, er ahnt unsere Liebe und billigt sie. Bedeutungsvoll haftet oft sein Blick auf mir, und er scheint mein Geständnis zu erwarten. Als du ihm die Nachricht sandtest, dass die grossen Besitzungen der Grafschaft Schellborn nun unangefochten sein Eigentum blieben, küsste der sonst so strenge Vater meine Stirn, und gerührt und voll Liebe sprach er zu mir: „Dich glücklich zu sehen, meine Tochter, sei jetzt meine einzige Sorge“.
AUBRY
Ach, nur Rang und Reichtum ist sein Glück, und ich selbst habe die Hindernisse vermehrt, die mich nun auf ewig von dir trennen.
MALWINA
O trübe nicht durch deinen Zweifel meine frohe Hoffnung. Noch heute, an meinem Geburtstage, wenn mein Vater wie gewöhnlich mir die Gewährung jeder Bitte verspricht, will ich ihm zu Füssen sinken und das Geheimnis unsrer Liebe entdecken. - Still, er kommt!
Sir Humphrey, Lord von Davenaut kommt durch die Mitte
DRITTER AUFTRITT
Aubry rechts. Davenaut in der Mitte. Malwina links
MALWINA
eilt Davenaut entgegen
Vater! Vater! Edgar ist zurück!
DAVENAUT
Sir Aubry, seid mir herzlich willkommen!
Er reicht Aubry die Hand
Einen wichtigen Dienst habt Ihr dem Hause Davenaut geleistet. Doch was Ihr tatet, fällt auf Euch selbst zurück.
MALWINA
für sich
Was hör' ich!
DAVENAUT
fortfahrend
Denn auch Ihr seid ein Sprosse dieses erlauchten Hauses, und je grösser Glanz und Reichtum des Lords, je mehr Ruhm und Ehre für alle Glieder des Stammes. Doch fühl' ich mich Euch sehr verpflichtet, nehmt meinen Dank und Euer Glück sei künftig Eures Vaters Sorge.
AUBRY
Sir, diese Güte -!
Er küsst seine Hand
MALWINA
O mein Vater!
DAVENAUT
Meine Tochter!
Er umarmt sie feierlich und führt sie etwas nach links hinüber
Wohl habe ich oft gemurrt, dass mir kein Sohn geboren, dass der Name Davenaut, seit Jahrhunderten einer der edelsten in Schottland, mit mir aussterben soll. Komm an mein Herz, geliebte Tochter! Der Tag, der dich mir heut' vor achtzehn Jahren gab, er wird auch heut' durch dich mir einen Sohn geben, wert meines Hauses, deiner Liebe wert.
MALWINA
Mein Vater!
DAVENAUT
Ich habe längst bemerkt, was mir dein Mund verschwiegen; besorglich schien dein scheuer Blick mich oft zu fragen, soll ich allein dastehn, wenn mich mein Vater einst verlässt? Erraten hab' ich deinen Wunsch, und deiner Bitte komme ich zuvor, ich grüsse dich als Braut.
MALWINA
O mein Vater, diese Güte
Sie wirft sich in seine Arme
DAVENAUT
nach einer Pause
Ihr steht so fern, Sir Aubry? Nehmt Ihr nicht teil an unserer Freude?
AUBRY
eilt freudig zu Davenaut
O Gott! Wär's möglich? Dürft' ich hoffen?
DAUVENAUT
Glaubt Ihr, ich wolle Euer Schuldner bleiben? Zwar seit Ihr meinem Hause nur fern anverwandt, doch Ihr seid ihm verwandt, dieses genügt mir, und ich versprach, für Euer Glück zu sorgen. Edelmut ist die angeerbte Tugend jedes hochländischen Edelmanns und der Name meines Schwiegersohns, er sei Euch Bürge, dass er stets in meinem Geiste handeln wird: Es ist der Graf von Marsden!
Aubry und Malwina treten entsetzt von Davenaut zurück