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Die Weber
Liederjan
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Im dรผstern Auge keine Thrรคne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zรคhne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch โ
5
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskรคlte und Hungersnรถthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geรคfft und gefoppt und genarrt โ
10
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Kรถnig, dem Kรถnig der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreรt,
Und uns wie Hunde erschieรen lรครt โ
15
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume frรผh geknickt,
Wo Fรคulniร und Moder den Wurm erquickt โ
20
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht โ
Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
25
Wir weben, wir weben!
Aus: Album. Originalpoesien. S. 145-146
Herausgeber: H. Pรผttmann
Erscheinungsdatum: 1847
Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
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